Fr
23
Sep
2011
TAR Rückblick Team Schlanders - Laas
Wellis Bericht über den TAR
Aus den Erfahrungen meines letzten TAR ( vor 4 Jahren), wusste ich, dass nicht nur ich mich konditionell, sondern auch mein Körper sich, auf diesen Extremlauf vorbereiten musste, d.h. der gesamte Bewegungsapparat muss TOP- FIT sein. ( Muskeln, Gelenke, Knochen, Sehnen,usw. )
Als wir also Ende Mai unseren Entschluss definitiv fassten, an den Start zu gehen, wurde auch das Abwärtslaufen in den Trainingsplan miteinbezogen.
Trotzdem habe ich viele Stunden auf dem Bike trainiert, um die Gelenke etwas zu schonen.
Bis ca. eine Woche vor dem Start wurde auch die Trainingsdauer gesteigert, und so erreichte ich ca. 20 Stunden die Woche.
Wann immer es möglich war, trainierte ich mit Toni, wobei wir auch versuchten die Familie nicht immer zu Hause zu lassen....., so z.B.: rannten wir von Laas aus über das Zayjoch nach Sulden, wo wir dann vom Tal aus mit unseren Familien nochmals zur Düsseldorfer- Hütte aufstiegen; oder von Kortsch über das Kortscher- Jöchl, durch das Manaidtal ins schöne Schlandrauntal, wo wir mit unseren Familien zusammenkamen und noch einen schönen Tag verbrachten; oder von Mals über die Rappenscharte wieder ins Schlandrauntal, wo wieder unsere Familien die Lager aufgeschlagen hatten; usw.
2. September 2011: Abfahrt von zu Hause. Ich starte mit gemischten Gefühlen, weiß Top- Fit zu sein, einen starken Partner zu haben, bin mir aber nicht mehr so sicher ob das Training O.K. ist oder nicht, und ob ich es umsetzen kann.
Die Ankunft in Obersdorf: ist für mich einfach sehr mit Emotionen von Freude, Aufregung,..... verbunden.
Die Nacht kann ich vor Aufregung nicht schlafen, so vieles geht mir durch den Kopf.
3. September: Start des TAR : Puls hoch schon vor dem Start ( wohl wegen der Aufregung J ).
Gleich nach dem Startschuss sehe ich, dass es sich hier um ein hohes Niveau an Läufern handelt, ich laufe mein maximales Tempo ohne Probleme , will ja schließlich mit Toni mithalten können ( ihm ging es dabei gleich wie mir! ), nur ca. 15 Teams laufen vor uns.
Schon am ersten Tag können wir unseren 1. Podestplatz einlaufen!!! Ich bin so stolz auf mich/ uns !!!!
4. September: schon bei km 10 schießen die ersten Krämpfe ein!( noch 45 km stehen vor uns auf dem Tagesplan) Ich habe wohl am Tag zuvor zu wenig getrunken. Ich kämpfe mich bis ins Ziel, wobei mir Toni die letzten 300 Höhenmeter behilflich ist.
Ich bin an diesem Tag moralisch und psychisch am Boden, weiß ja schließlich nicht, was meine Beine mit mir am nächsten Tag noch vor haben.
5. September: ich wage mich mit neuen Kompressionshosen an den Start. Bei Dauerregen gehe ich die ersten15 km langsam an , dank Tonis Unterstützung merke ich aber , dass es geht und so können wir dann ordentlich Gas geben und uns voll entfalten ( im vollen Matsch). Auch heute holen wir uns den 3. Platz.
6. September: gut geschlafen und voll motiviert gehe ich in Galtür an den Start.
Heute gut gelaufen, holen uns den 2. Platz.
7. September: Bergsprint: gehe ohne große Emotionen an den Start, wir machen beide deftig Tempo , sind immer gleich schnell, holen uns den 1. Platz.
Fühle mich bei der Siegerehrung hervorragend, nicht nur wegen 1. Platz, sondern ich habe einen starken Auftrieb und super Gefühl für die folgenden Etappen!
8. September: gut geschlafen, endlich geht es Richtung Heimat.
Mache am Anfang ordentlich Tempo , laufe an der Spitze mit, denke Toni sei hinter mir, dem ist aber nicht so. So mache ich eine Verschnaufpause......warte.....weiß etwas ist nicht in Ordnung.... Toni hat Probleme mit dem Magen ( kann nichts trinken und essen, spürt wie einen Stein im Magen). Ich will ihn bei der Hand nehmen und helfen J , diese nimmt er nicht an.....also kommt das „ Seil“ zum Zuge.
Für mein Selbstbewusstsein ist dies ein sehr gutes Gefühl, da er mir ja 2 Tage unter die Arme gegriffen hatte, und ich nun endlich ihm helfen kann.
Auf diese Art und Weise können wir an der Spitze der Masterkategorie in der Uinaschlucht mitlaufen, auf dem Flachen und Abwärts sind wir dann wieder um einiges langsamer wegen Tonis Magenschmerzen.
Auch heute können wir unseren 3. Platz verteidigen: im Zieleinlauf kann ich endlich wieder meine liebe Familie in den Arm nehmen, vergesse sofort die Strapazen der letzten Tage.
9. September: Starte super motiviert von zu Hause , als Toni in Laas zusteigt , merke ich sofort an seinem Blick, dass es ihm heute noch schlechter geht als gestern. Ich weiß mir keinen Rat, bin traurig und sehe schwarz für unsere Heimetappe.
Die „ Notfalltropfen“ ( Bachblüten) meiner Freundin sehe ich auch nur noch als Trostzuckerle, ich will nur das Gefühl haben, etwas für Toni zu tun: kurz vor dem Start gebe ich ihm eine Pipette voll...??? Etwa 10 Minuten nach dem Start merke ich, dass es Toni besser geht, wir starten voll durch und beide können wir unser Potential voll ausschöpfen; auf der Rappenscharte werden wir von den Bergrettungskollegen angefeuert, auf der Kortscher Alm von der Familie und Freunden empfangen und ein Stück des Weges begleitet. Der Vorsprung auf unsere Verfolger beträgt auf der Rappenscharte 15 Minuten.
Schlanders durch das Dorf hören wir schon von weitem Glocken und Jubelschreie unserer Fans. Unsere Verfolger sind uns schon fast auf den Fersen, wir erreichen das Ziel trotzdem noch mit 4 Minuten Vorsprung.
Ich bin überwältigt und unbeschreiblich glücklich über den heutigen Ausgang dieser Etappe!
Die Pastaparty in der Matscher- Au , von der Schützenkompanie super organisiert, ist der krönende Abschluss dieses schönen Tages.
Karl Pfitscher begrüßt uns herzlichst und äußert uns auch weiterhin zu unterstützen, sowie auch den TAR.
10. September: bin zu nervös ,aber zuversichtlich, dass es auch heute super geht. Beim Start in Schlanders sind viele bekannte Gesichter ( das motiviert einen unheimlich!) , wir starten volle Angriff und meistern auch die letzte Etappe zusammen super! Bin stolz auf unsere Zeit, unsere Leistung, meinen Partner.
Zieleinlauf in Latsch: megatoller Empfang mit Kuhglocken, Pfeifen, Jubelschreien, Sektdusche und vielen Fans.
Bin heilfroh in Latsch angekommen zu sein: ohne Flecken, Kratzer, Schmerzen.
Allgemeines:
- bedanke ich mich bei Toni, welcher mit mir dieses harte Rennen durchgestanden hat. Er hat mir verholfen einen lang ersehnten Wunsch zu verwirklichen. Jede verbrachte Sekunde ( bei Tag und Nacht) war gut, danke für deine motivierenden Worte beim TAR, aber auch beim Training, danke für alles was du mir sonst noch beigebracht hast, ich habe viel von dir gelernt.
- bedanke ich mich bei meiner Familie für die gemeinsame Entscheidung am TAR teilzunehmen; weil mein Training heißt, dass auch sie „mittrainieren“ müssen
- bedanke ich mich bei Lex, für die super Berichterstattung und das Mitfiebern beim ganzen TAR
- bedanke ich mich beim TVB Schlanders für die Unterstützung und wohlwollenden Worte
- bedanke ich mich bei allen Fans ( v.a. Selina J): war erstaunt wie viele Leute am Rande der Strecke, bei den Starts und Zieleinläufen standen und einen anfeuerten.
Der TAR ist für mich eine extrem positive Erfahrung in allen Sinnen.
Tonis Danksagungen:
Danke Welli du warst ein super Partner!
Es war einfach toll mit dir jeden Tag an die Grenzen der Belastbarkeit zu gehen und zu wissen gemeinsam schaffen wirs immer irgendwie. Danke an deine Familie, auch für die tollen Unternehmen in Sommer in Verbindung mit unseren Trainings
Danke an meine Freundin Ulla die mich nicht nur zur Teilnahme motivierte sondern mich gemeinsam mit klein-Felix -welcher brav so manche Stunde im Tragerucksack verbrachte- auf so mancher Trainingsrunde und Gipfelbesteigung begleitete
Danke an Lex, der wie wohl kein Andrer mit uns mitfieberte (so sehr, daß er sogar gemeinsam mit mir Magenschmerzen bekam) und für seine tolle Berichterstattung....
Danke an den TVB Schlanders- Laas für die Unterstützung, an die vielen tollen Fans und an alle „guten Geister“ die irgendwie, irgendwo mitgeholfen haben, daß das Abenteuer TAR zu einem unvergesslichen Erlebnis wurde
Danke auch an meine Mitarbeiter welche meinen Betrieb weterführten und jeglichen Stress von mir fernhielten...
Kommentare: 4
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#1
gefällt mir!
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#2
hallo kämpfer - hinter einem starken kämpfer steckt immer auch eine starke frau oder familie - so wie ich sehe habt ihr beides - weiterhin viel freude und ein auge für alles schöne in dieser welt
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#3
Ihr wart spitze, war sehr interessant und faszinierend was ihr geleistet habt!! Es war ein tolles Erlebnis, so etwas ERFOLGREICHES miterleben zu dürfen!! Selina ist stolz auf ihren "Teit"!!
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#4
Hoi welli ,ihr wart einfach super.Hoffe wir sehn uns mal wieder in Kortsch auf ein"kaffeele" .Gruss an deine family











